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900 Frauen zeigen Kreuz!

01. Juli 2026

Landesfrauenwallfahrt erinnert an Kreuzkampf und die eigene Haltung

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Rund 900 Frauen zeigen Kreuz und Haltung bei der traditionellen Landesfrauenwallfahrt in Bethen.

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Dieses Wandkreuz haben wir zur Hochzeit geschenkt bekommen. Es zeigt mir "Auf meiner Ehe soll ein guter Segen liegen"

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Pfarrer Michael Heyer (Emstek) zelebrierte zum ersten Mal den Gottesdienst bei der Landesfrauenwallfahrt

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"Ich trage dieses Kreuz, das für mich mehr ist als ein Schmuckstück. Für mich ist es eine Erinnerung, was mir wichtig ist. Dass ich einem Gott vertraue, der mich trägt und liebt"

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Zahlreiche Gruppen waren mit ihren Bannern zur Landesfrauenwallfahrt gekommen.

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Musikalisch gestalteten die JuVi-Singers aus Altenoythe und Kirchenmusikdirektor Thorsten Konigorski (nicht im Bild) den Gottesdienst.

Bethen, Oldenburger Land, 1. Juli. Rund 900 Frauen folgten am Dienstag der Einladung des Bischöflich Münsterschen Offizialates (BMO) zur traditionellen Landesfrauenwallfahrt. Sie pilgerten und beteten, feierten einen großen Open-Air-Gottesdienst und standen anschließend bei Sekt und Imbiss gesellig beisammen. Anlässlich des 90-jährigen Jubiläums des Kreuzkampfes im Oldenburger Münsterland stand die Veranstaltung unter der Überschrift „Kreuz zeigen, weil Gesellschaft Haltung braucht“. „Wir Frauen sind heute mehr denn je gefordert, für unsere christliche Haltung einzustehen“, betonte Mechtild Pille, Leiterin des BMO-Referats für Kirchenentwicklung, zur Begrüßung.

1936 sollten im Oldenburger Münsterland alle Kreuze aus Schulen und öffentlichen Gebäuden entfernt werden. Eine ganze Region stellte sich gegen das NS-Regime und verteidigte ihre Überzeugungen mit beeindruckender Geschlossenheit. Unter dem Titel „Kreuz zeigen“ laden kirchliche und kommunale Partner im Jahr 2026 zu zahlreichen Veranstaltungen ein.

Schon zu Beginn des Gottesdienstes zeigten einige Teilnehmerinnen eigene Kreuze und teilten die persönlichen Geschichten dahinter. Die Rede war unter anderem von einem Wegekreuz, das Großeltern aus Dankbarkeit darüber errichtet hatten, dass sie den Zweiten Weltkrieg überlebt hatten. Auch ein Wandkreuz wurde präsentiert: Zur Hochzeit war es von geschenktem Geld der Schwiegermutter gekauft worden. Zwar habe diese damals kritisch angemerkt, dass das Kreuz ruhig etwas größer hätte ausfallen dürfen, doch die Sprecherin betonte: „Es zeigt mir, dass auf meiner Ehe ein guter Segen liegt!“ Eine dritte Frau gab Einblicke in ein Gespräch aus ihrer früheren Tätigkeit im sozialen Dienst eines Altenheims. Eine bettlägerige Bewohnerin habe sie stets voller Freude angestrahlt. Auf die Frage, woher diese Ausstrahlung komme und warum sie trotz ihrer schweren Einschränkungen nicht jammere, habe die Seniorin mit Blick auf das Kruzifix neben ihrem Bett geantwortet: „Das ist meine Tankstelle!“

Zelebrant Pfarrer Michael Heyer erinnerte in seiner Predigt an die tiefe, gemeinschaftsstiftende Bedeutung des Kreuzes als Symbol des Glaubens. Bezugnehmend auf den damaligen Mut der Bevölkerung im Oldenburger Land betonte der Geistliche, dass ein Kreuz weit mehr als ein bloßer Einrichtungsgegenstand sei: „Da steckt eine Haltung dahinter.“ Das Kreuz, ursprünglich ein grausames Folterwerkzeug, sei durch Jesus gewandelt worden – von einem Symbol des Hasses zum größten Symbol der Liebe. Diese Haltung gelte es auch heute aktiv zu bewahren. „Natürlich müssen wir keine Angst haben, dass Soldaten die Kreuze aus unseren Räumen abhängen. Aber es gibt ein, ein Abhängen der Kreuze im Alltag. Dieses Vergessen, dieses Nicht-Würdigen, dieses auch das Leben Jesu vergessen, was alles mit dem Kreuz verbunden ist. Ein Abhängen im Alltag.“, erklärte der Priester aus Emstek.

Die Landesfrauenwallfahrt ist eine bei vielen Frauen aus der Region zwischen Damme und Wangerooge sehr beliebte Veranstaltung. Für die Vorbereitung zeichnen im Wechsel unterschiedliche Gruppen verantwortlich: 2026 gestalteten Frauen aus dem früheren Dekanat Friesoythe das Programm, während Frauen aus dem Raum Cloppenburg die Verpflegung übernahmen.

Johannes Hörnemann