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„Ein Amboss muss nur fest, nur hart sein“

20. Juli 2026 - Bethen

Pfarrei St. Marien Bethen erinnert an zweite Predigt des Seligen Kardinals v. Galen

Monsignore Pfarrer Dr. Dirk Költgen während einer PredigtGroßansicht öffnen

Monsignore Pfarrer Dr. Dirk Költgen erinnerte in einem Gottesdienst an die historisch berühmten Predigten des mutigen Kardinals Clemens August Graf von Galen.

Bethen, 19. Juli. Am Montag (20. Juli) ist es 85 Jahre her: Kardinal Clemens August Graf v. Galen – damals noch Bischof – hielt die zweite seiner berühmten Predigten, in denen er die Machenschaften des NS-Regimes scharf kritisierte. In Erinnerung an den mutigen Seligen feierte Monsignore Pfarrer Dr. Dirk Költgen am Sonntag (19. Juli) einen Gottesdienst in der Wallfahrtsbasilika. Von Galen habe nach dem Leitsatz gelebt, dass man Gott mehr gehorchen müsse als den Menschen, erklärte Költgen zur Begrüßung. „Lieber sterben als sündigen“, brachte er es auf den Punkt.

In der Münsteraner Überwasserkirche habe von Galen damals in besonderer Weise auf das gerechte Gericht Gottes verwiesen. In seiner Predigt ging Költgen auf wesentliche Passagen der historischen Worte ein. Sein tiefes Gottvertrauen habe den Bischof im Jahr 1941 geleitet, als er die willkürlichen Klosterenteignungen durch die Gestapo beklagte und dabei den systematischen Abbau der Rechtssicherheit und den Verlust des Vertrauens in die Staatsführung thematisierte. Der Bether Pfarrer hob hervor, dass von Galen trotz seiner Ohnmacht gegenüber den Machthabern und trotz erfolgloser Protesttelegramme eine unerschütterliche Haltung bewahrt habe.

Költgen zitierte – wie einst von Galen selbst – aus dessen Telegramm an Adolf Hitler. Darin betonte der Bischof, dass Christen keine Revolution anzetteln, sondern treu ihre Pflicht tun. Gleichzeitig stellten sie sich dem „Feind im Inneren“ mit dem einzigen verbleibenden Mittel entgegen: einem starken, zähen und harten Durchhalten. Zur Veranschaulichung predigte von Galen damals über das Bild des Ambosses. „Was auf dem Amboss geschmiedet wird, erhält seine Form nicht nur vom Hammer, sondern auch vom Amboss. Der Amboss kann nicht und braucht auch nicht zurückzuschlagen, er muss nur fest, nur hart sein!“, zitierte Költgen die historische Ansprache.

„Wir sind der Amboss“, betonte Költgen. Dies bedeute, verfolgten Menschen Rückhalt zu geben und der Jugend christliche Wertmaßstäbe zu vermitteln. „Wir sind diejenigen, die in ihrem Gewissen die Stimme Gottes hören, erkennen und befolgen. Wir sind diejenigen, die in aller Not und Sorge, in aller Bedrängnis und Verfolgung hinter dem Vergänglichen das Unvergängliche sehen und es durch unsere Glaubens- und Gewissenstreue erreichen werden“, so der Pfarrer.

Bereits am 12. Juli gedachten die Gläubigen in Bethen der ersten Predigt gegen das menschenverachtende Regime. Am Sonntag, 2. August, wird der dritten der berühmten Ansprachen von Galens gedacht. Die Pfarrei lädt dazu um 10:30 Uhr zu einem Gottesdienst in die Wallfahrtsbasilika St. Marien in Bethen ein.

Alle drei Termine sind Teil der Veranstaltungsreihe „Kreuz zeigen, weil Gesellschaft Haltung braucht.“ Unter dieser Überschrift erinnern die katholische Kirche, die Landkreise Vechta und Cloppenburg sowie die Stadt Cloppenburg im Jahr 2026 an den südoldenburgischen Kreuzkampf vor 90 Jahren und rufen dazu auf, Haltung zu zeigen.

Alle Veranstaltungen stehen hier: www.kreuz-zeigen.de