Sr. Hildegard als letzte Ordensschwester im Caritas-Sozialwerk verabschiedet / Ehrengabe der Stadt Holdorf
Lohne, Holdorf, Oktober 2026; 41 Jahre lang war Sr. Hildegard Maria Meyer SND als Heilpädagogin und seit 1999 als Gruppenleiterin der Franziskus-Wohngruppe in Holdorf tätig und gab der katholischen Kirche ein Gesicht, das vielen noch lange in Erinnerung bleiben wird. Mit einem Überraschungsfest verabschiedeten sie aktuelle und ehemalige Kinder der Wohngruppe, Kolleginnen und Kollegen, Vertreter von Kooperationspartnern sowie viele Weggefährten. Nach einer Planwagenfahrt empfingen die Gäste sie mit einem langen Spalier im Garten der Wohngruppe. Zu Tränen gerührt folgte sie den Worten von Julia Rohde, die sie als Bereichsleiterin im Caritas-Sozialwerk (CSW) verabschiedete.
1985 begann die heutige 65-Jährige im damaligen Antoniusstift als Erzieherin. Sie qualifizierte sich heilpädagogisch weiter und übernahm 1999 die Leitung der Wohngruppe. Über Jahrzehnte habe sie Einrichtung und Trägerwechsel nicht nur begleitet, sondern aktiv mitgestaltet und dabei einen Ort geschaffen, an dem Kinder und Jugendliche wachsen und sich ehrlich zeigen können.
„Verhalten geschieht aus einem guten Grund“, zitierte Rohde die Schwester. Diesen Grund zu finden, verstehen zu wollen und von dort aus weiter zu denken sei für die Ordensfrau nie nur ein heilpädagogischer Leitsatz gewesen. „Es ist eine Haltung, die du jeden Tag lebst: Nicht vorschnell zu urteilen, genau hinzuschauen, nachzufragen, verstehen zu wollen und vor allem zu halten. Du begleitest Menschen ganz wunderbar dabei, ihren eigenen Weg zu gestalten und zu gehen“, betonte sie.
Sr. Hildegard, die an dem Nachmittag eigentlich einen ganz anderen Termin erwartet hatte, zeigte sich sehr dankbar für die wertschätzenden Worte. „Ich könnte heute nochmal wieder durchstarten“, resümierte sie und betonte „ich liebe alle meine Franzis!“
Holdorfs Bürgermeister Dr. Manfred Krug ehrte die Neuruheständlerin mit der Goldenen Ehrengabe der Stadt Holdorf für ihr Engagement zum Wohle von Kindern und Heranwachsenden. „Schwester Hildegard ist in ihrer jahrzehntelangen Tätigkeit ein lebendes Vorbild dafür gewesen, was es heißt, christliche Nächstenliebe den Mitmenschen angedeihen zu lassen.“
Mit ins Leben gerufen hat Sr. Hildegard vor Jahrzehnten die jährliche Motorradtour. Dank des ehrenamtlichen Engagements findet jedes Jahr mit den Kindern der Wohngruppen eine Motorradtour statt, an der teilweise mehr als 100 Maschinen teilnehmen. Die Organisatoren der Tour kamen trotz herbstlicher Temperaturen mit ihren Maschinen zur Wohngruppe und unternahmen mit Sr. Hildegard eine kleine Abschiedsfahrt.
Heribert Mählmann, Vorstand des Caritas-Sozialwerks, konnte an der Abschiedsfeier aus persönlichen Gründen nicht teilnehmen. Mit prägnanten Worten würdigte er die scheidende Mitarbeiterin: „Eine Institution geht in den Ruhestand.“

