Mit rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, darunter zahlreiche Soldatinnen und Soldaten der verschiedenen Teilstreitkräfte, veranstaltete die katholische Militärseelsorge heute (6. Mai) ihren Weltfriedenstag in Bethen bei Cloppenburg. Unter dem Motto „Friede sei euch allen: hin zu einem ‚unbewaffneten und entwaffnenden Frieden‘“ feierten sie in der St. Marien-Basilika einen Gottesdienst, den Weihbischof Wilfried Theising, der leitende Militärdekan Torsten Stemmer und Ortspfarrer Monsignore Dr. Dirk Költgen gemeinsam mit vielen katholischen Seelsorgern aus den Militärpfarrämtern in Niedersachsen zelebrierten. Die Aufgaben der Messdiener übernahmen Soldatinnen und Soldaten in Uniform.
Stemmer erklärte in seiner Begrüßung, dass der Gottesdienst gefeiert wird, "weil wir fest daran glauben, dass Gott an unserer Seite steht und mit uns geht und dass er letztendlich den Frieden gibt, für den wir uns tagtäglich einsetzen." In diesem Gottesdienst wolle man für den Einsatz der Soldatinnen und Soldaten danken, aber auch dafür „beten, dass dieser Friede, den wir in Europa erleben, Bestand hat.“
„Sie tun Tag für Tag etwas dafür, liebe Soldatinnen und Soldaten, dass wir in Frieden leben können. Dafür sind wir als Land, als Gesellschaft sehr dankbar. Wir wissen, was sie da für uns tun!“ sagte Theising zur Eröffnung. Es sei eine nicht immer einfache Aufgabe, stellte Theising fest, „aber im Grunde doch eine wunderbare Aufgabe, dem Frieden zu dienen, dazu beizutragen, dass Frieden sein kann!“
In seiner Predigt würdigte er die Besonderheit des Veranstaltungsorts. Bislang fand der Gottesdienst zum Weltfriedenstag in Hildesheim statt. In diesem Jahr erstmals in Bethen. Theising betonte die besondere Bedeutung des Ortes als Stätte des Friedensgebetes und der Erinnerung. Er führte aus, dass das Gnadenbild der schmerzhaften Mutter bereits im ersten Weltkrieg den Menschen Trost und Zuversicht spendete. Deshalb sei die Basilika dort gebaut worden. Die Kirche diene heute auch als Gedächtniskirche für die Gefallenen des Oldenburger Landes, deren Namen in der Krypta verewigt sind. Dies sei ein "sehr wichtiger Ort, um der Toten zu gedenken, aber auch die Mahnung, den Frieden wach und lebendig zu halten."
Plötzlich „kommen verschiedene Kriege wieder so nah,“ stellte Theising fest. „Wir erleben doch, dass unser Land, dass viele Länder von diesem Thema massiv berührt sind, weil Kriege da sind, weil Konflikte blutig ausgetragen werden“, predigte der Geistliche. Das mache ratlos und werfe Fragen auf. In den nächsten Jahren müsse viel darüber nachgedacht werden, wie der Frieden gesichert werden kann, was man dafür aktiv tun kann, sagte er. „Friede ist nicht einfach etwas, was vom Himmel fällt, er muss offensichtlich auch gemeinsam errungen werden,“ erklärte er.
Der Gottesdienst wurde musikalisch gestaltet vom Kirchenmusiker Christian Kienel und vom Bläserquintett des Marinemusikkorps Wilhelmshaven unter der Leitung von Fregattenkapitän Matthias Prock. Im Anschluss an den Gottesdienst kamen die Soldatinnen und Soldaten zu Begegnung und Mittagessen im Haus Maria Rast zusammen.
Johannes Hörnemann



