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Haus Meeresstern auf Wangerooge feierlich eingeweiht

16. September 2026

Mehr als 100 Jahre Geschichte, sechs Jahre Baustelle, ein Neuanfang:

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Schlüsselübergabe für Haus Meeresstern: Hausleiter Peter Havers, Geschäftsführer Oliver Koeppen, Architektin Nicole Wieczorek sowie Christian Herzog und Martin Denzinger (Architekten im BMO)

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Schwester Monika (rechts) überreicht Hausleiter Peter Havers ein Coesfelder Kreuz. Es steht für den Orden der Schwestern Unserer Lieben Frau und ist weltweit in allen Niederlassungen zu finden.

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Weihbischof Wilfried Theising (rechts) segnet das Haus, dabei wird er begleitet von Peter Havers.

Das Bischöflich Münstersche Offizialat (BMO) als Eigentümer und die St. Willehad gGmbH als Betreiberin haben am Wochenende die Eröffnung des neu sanierten Haus Meeresstern gefeiert. Das Datum der Einweihung war kein Zufall: Der 12. September ist der Namenstag Marias, der Namenspatronin des christlichen Hauses.
Dass das Haus dabei noch nicht in allen Bereichen vollständig fertiggestellt ist, machte Hausleiter Peter Havers gleich zu Beginn offen: „Heute wollen wir die Einweihung von Haus Meeresstern feiern. Das heißt nicht automatisch, dass das Haus fertig ist." Die Decke im großen Versammlungsraum zeigt noch unverputzte Stellen, auch auf dem Außengelände laufen noch Arbeiten. Und dennoch: Das Haus lebt. Gäste sind da, Mitarbeitende gestalten den Alltag, Strukturen entstehen.

„Der Weite begegnen" – ein Ort für alle

Hausleiter und Pastoralreferent Peter Havers beschrieb in seiner Ansprache seine Grundidee für das Haus mit einem einzigen Wort: Dasein. „Wenn ich an Kirche denke, wenn ich an meine Idee davon denke, was Kirche ist und kann und sein soll, dann ist das Dasein eigentlich die Grundvoraussetzung für alles." Das Dasein für Menschen könne hinterm Frontoffice und vorm Frontoffice passieren, an der Rezeption oder in der Küche mit einem guten Nachtisch. Das Haus Meeresstern stehe unter dem Motto „Der Weite begegnen" – eine Einladung, die Spannung zwischen dem geborgenen Dasein im Haus und der unendlichen Weite der Insel zu genießen. Geschäftsführer Oliver Koeppen, der operative und betriebswirtschaftliche Leiter, brachte seine Begeisterung für das Projekt auf den Punkt: „Ich komme aus der Hotellerie und kenne viele Häuser, die viel Geld in Marketing investieren müssen, um das zu erreichen, was es hier schon gibt. Wir haben die Weite, wir haben die Spiritualität, wir haben die Ruhe, wir haben ein bisschen Design und wir haben die Herzlichkeit." Und zur Frage, für wen das Haus offen sei, war Koeppen klar: „Jeder ist willkommen. Ganz einfach, wirklich jeder.“

Sechs Jahre Planung, eine Insel als besondere Herausforderung

Architektin Nicole Wieczorek vom Büro Zoeke blickte auf sechs Jahre Planungs- und Baubegleitung zurück. Ihr erster Ortstermin auf Wangerooge hatte 2020 stattgefunden. Dann folgten Bauantrag, Schadstoffsanierung, Abbruch, Rohbau – und immer wieder: die Insel. „Ganz normal ist hier nichts", sagte Wieczorek. „Die Natur hat letztlich das letzte Wort", sagte Wieczorek. Rund 1.800 Kubikmeter Sand wurden gesiebt, abtransportiert und an den Strand gebracht – und waren dort bald nicht mehr zu sehen, aufgenommen von der Insel, der sie entstammen. Das fertige Haus umfasst 74 Zimmer auf fünf Geschossen, dazu kommen vier Seminarräume, eine Kapelle, ein Restaurant und eine Klönstube mit Café. Insgesamt rund 3.000 Quadratmeter Nutzfläche, 150.000 Kilogramm Stahl und 1.000 Kubikmeter Beton. Rund 20 Firmen und zeitweise bis zu 60 Facharbeiter gleichzeitig haben daran mitgewirkt. „Architektur ist erfolgreich, wenn Menschen einen Ort gerne nutzen", schloss Wieczorek ihren Rückblick. „Wenn sie vielleicht irgendwann sagen: Weißt du noch, damals im Haus Meeresstern auf Wangerooge?"

Ein Haus mit 118-jähriger Geschichte

Weihbischof Wilfried Theising predigte mit Bezug auf das Lukasevangelium. „Das Aussehen der Erde und des Himmels wisst ihr zu deuten. Warum könnt ihr dann diese Zeit der Entscheidung nicht deuten?“, fragte Jesus dort. Auch im Zweiten Vatikanischen Konzil habe man mit Bezug darauf festgestellt, dass die Kirche allzeit die Pflicht, habe, nach den Zeichen der Zeit zu forschen und sie im Licht des Evangeliums zu deuten, führte er aus. Die Zeichen der Zeit erkannt hätten die Schwestern Unserer Lieben Frau über 118 Jahre immer wieder: Das Haus als Schule, als Kinderhaus, als Lazarett für verwundete Soldaten, als Krankenhaus, als Tagungshaus – stets neu ausgerichtet an dem, was die Zeit und die Menschen brauchten. „Haus Meeresstern hat sich ständig gewandelt", sagte er. Nun knüpfe der Neustart daran an: ein Hotel mit tiefen christlichen Bezügen, ein Ort der Ruhe und Erholung, offen für Menschen aus aller Welt. Dass allein unter den Mitarbeitenden mindestens zehn Nationen vertreten sind, sei ein sichtbares Zeichen dieser Offenheit.

Schwester Monika überbrachte froh über die Weiterentwicklung den Gruß der Kongregation der Schwestern Unserer Lieben Frau und überreichte der neuen Hausleitung ein Coesfelder Kreuz – das Symbol der Gemeinschaft. Es ist weltweit in allen Häusern des Ordens zu finden. „Wir sind noch sehr mit Ihnen verbunden und möchten das auch bleiben", sagte sie. Sie spüre deutlich, wie viel Herzblut in diesem Projekt stecke.

Investition mit Zukunft

Für die Investitionen hatte der Kirchensteuerrat der kirchlichen Verwaltung klare Vorgaben gemacht: Das Haus ist unter marktüblichen Bedingungen zu führen, ohne jährliche Zuschüsse für den Betrieb. Die ersten Monate liefen vielversprechend. 

Weihbischof Theising fasste beim Gottesdienst zusammen, worum es geht: „Maria, die Mutter Jesu, ist der Meeresstern. Das bedeutet: Sie verweist auf Jesus, zeigt uns, wo wir ihn finden, wie wir zu ihm kommen." Und Hausleiter Havers erhob am Ende der Feier das Glas: „Wir sind erstmal da." Zum Wohl.