Dass sich auch Kinder kreativ und mit viel Freude mit der Bedeutung eines historischen Ereignisses beschäftigen können, bewiesen heute 36 Kinder zwischen 8 und 13 Jahren in der Vechtaer Ludgerus-Schule. Als Teil der überregionalen Veranstaltungsreihe „Kreuz zeigen, weil Gesellschaft Haltung braucht“ hatte die katholische Kirchengemeinde St. Mariä-Himmelfahrt Vechta mit dem ehrenamtlichen SOFA-Kirchen-Team eingeladen, auf vielfältige Weise Kreuze zu gestalten. Mit Pinsel, Schwamm, Feile, Beitel, Klebstoff und Säge entstanden mehr als 80 große und kleine Kreuze, die ab Freitag in einer Ausstellung zu sehen sein werden.
Zu Beginn der Veranstaltung schauten sich die Kinder gemeinsam einen Kurzfilm zum Kreuzkampf an. 1936 regte sich in der Bevölkerung Protest, als das NS-Regime den Menschen befahl, die Kreuze und religiöse Symbole aus Schulen und öffentlichen Einrichtungen zu entfernen. Im Film sahen die Kinder auch die in die Geschichte eingegangene Versammlung in der Cloppenburger Münsterlandhalle. Der öffentliche Druck brachte Gauleiter Carl Röver dazu, den sogenannten Kreuzerlass zurückzunehmen.
„Wofür setzt ihr euch ein? Was ist euch wichtig?“, fragte Pastoralreferentin Elke Willenborg Fraas. Kinderrechte, Umweltschutz und viele weitere Dinge wurden in den Raum gerufen. Auch auf die nächste Frage antworteten die Kinder: Was braucht man, um Haltung zu zeigen, um sich für etwas einzusetzen?“ „Mut“, meldete sich Nils. „Und andere Kinder, die das auch wichtig finden“, sagten andere Kinder.
Die Kinder erfuhren: Ein Kreuz kann ganz unterschiedlich aussehen – bunt oder schlicht, groß oder klein. „Es kann zeigen, was dir wichtig ist und wofür du stehst“, leitete Willenborg-Fraas die kreative Aktion ein. In der Kreativwerkstatt Kreuz hatten die Kinder dann die Möglichkeit, alleine oder mit Freunden ihr eigenes Kreuz anzufertigen. Dabei durften sie experimentieren und neue Techniken und Werkzeuge kennenlernen.
Die Ergebnisse der Kreativwerkstatt Kreuz sind ab Freitag, dem 6. November, zwei Wochen lang in der Vechtaer Kirche Maria Frieden zu sehen. Zur Ausstellungseröffnung um 18:00 Uhr sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.
Johannes Hörnemann



