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Politischer Aschermittwoch

23. Februar 2026 - Siegrid Lünnemann

Bernd Meerpohl fordert mehr Vertrauen in die Innovationskraft der Landwirtschaft

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Weihbischof Wilfried Theising, Bernd Meerpohl, PD Dr. Marc Röbel

„Ohne Vision geht es nicht. Kein Unternehmen wächst international ohne Vorstellung von Zukunft. Keine Region bleibt lebendig ohne Mut zum Vorausdenken. Vision heißt ja nicht Wolkenkuckucksheim. Vision heißt: weiter sehen als bis zur nächsten Bilanz“, betonte Akademiedirektor Pfarrer PD Dr. Marc Röbel in seiner Begrüßungsansprache zum Politischen Aschermittwoch in der Katholischen Akademie Stapelfeld (KAS).  Vor zahlreichen Gästen aus der gesamten Region, die eng mit der katholischen Bildungseinrichtung verbunden sind, sowie Vertretern aus Politik und Wirtschaft machte er deutlich, dass Vertrauen eine politische, wirtschaftliche und kulturelle Notwendigkeit sei. Die Veranstaltung fand im Anschluss an die Aschermittwochsliturgie statt, die zuvor in der nahezu überfüllten Heilig-Kreuz-Kirche gefeiert und musikalisch vom Chor „Voices“ mitgestaltet wurde.

Unter dem Leitgedanken »Schenken wir dem Landwirt nicht endlich Vertrau‘n, werden wir Sicherheit und Zukunft versau’n« warf Bernd Meerpohl, Aufsichtsratsvorsitzender der Big Dutchman AG aus Vechta-Calveslage, als Festredner des politischen Teils des Abends einen kritischen Blick auf die aktuelle Situation der Land- und Agrarwirtschaft und machte eindringlich deutlich, vor welchen tiefgreifenden Herausforderungen die gesamte deutsche Wirtschaft steht. Der Unternehmer plädierte mit Blick auf die wachsende globale Konkurrenz durch Billiganbieter für einen Abbau der Bürokratie, für mehr Vertrauen in die wirtschaftlich handelnden Akteure sowie für mehr Mut, Freiheit und Innovationskraft in der hiesigen Landwirtschaft. „Wenn wir in Deutschland weiterhin erfolgreich sein wollen, brauchen wir mehr Freiheiten. Nicht nur für die Landwirte, auch für die Agrarwirtschaft. Sonst werden wir so abgehängt wie die Autoindustrie. Innovation entsteht nicht durch Förderbescheide, sondern durch Freiheit, Verantwortung und unternehmerischen Geist“, forderte Bernd Meerpohl die Politik auf, klare und verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen und nicht „jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf zu treiben“.

Mit Blick auf die Versorgungssicherheit in Krisenzeiten warnte er vor einem weiteren Höfesterben und dem unwiederbringlichen Verlust von wichtigem landwirtschaftlichem Knowhow. „Die kritische Infrastruktur zu schützen und ordentlich aufzubauen, ist in diesen Zeiten einer der wichtigsten Aufgaben dieser Regierung. Und dazu zählt eben auch die Landwirtschaft“, machte der Unternehmer deutlich. Zum Abschluss zeigte er sich überzeugt, dass die Land- und Agrarwirtschaft - vor allem hier im Nordwesten - die notwendigen Erfahrungen, die Kompetenzen, das Vertrauen und vor allem den Mut habe, die richtigen Entscheidungen für die Zukunft zu treffen.

Für eine gelungene musikalische Gestaltung des Abends sorgten die beiden KAS-Dozentinnen Dr. Ulrike Kehrer und Judith Rönker mit ausgesuchten musikalischen Impressionen am Klavier und an der Klarinette.

Beim abschließenden gemeinsamen Heringsessen nutzten die Gäste die Gelegenheit, zum persönlichen Gespräch, zum vertiefenden Gedankenaustausch und zum gegenseitigen Kennenlernen.

Sigrid Lünnemann