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Reportage: Das Geheimnis der Osterkerze

29. April 2026

Sr. Johanna aus Dinklage gibt Einblicke in ihre Arbeit

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Foto (Offizialat / Johannes Hörnemann): Dreharbeiten für das Pressefoto: v. r. Sabrina Gelhaus (BMO) filmt Sr. Johanna, Sr. Hannah-Yvonne und Sr. Teresia Benedicta bei der Arbeit in der Kerzenwerkstatt in der Benediktinerinnenabtei Dinklage.

Vechta, Dinklage, Cappeln, 25.4.; Jedes Jahr produzieren die Schwestern in der Benediktinerinnenabtei Dinklage rund 100 Osterkerzen für Pfarreien im Oldenburger Land und weit darüber hinaus. Einzelexemplare werden international verschickt. Jedes Exemplar ein Einzelstück. Es wird mit Liebe zum Detail von Hand gefertigt.

Den Weg von der Gestaltungsidee bis zur brennenden Kerze in der Osternacht vermitteln Sr. Johanna, Leiterin der Kerzenwerkstatt, und Sabrina Gelhaus, Social-Media-Managerin im Bischöflich Münsterschen Offizialat, in einer rund 30-minütigen Reportage bei YouTube, die jetzt veröffentlicht wurde. „Wir engagieren uns in den Sozialen Netzwerken, um die katholische Kirche so vielfältig, nahbar und engagiert zu zeigen, wie sie ist“, erklärt Gelhaus. Mit der Reportage werden die Osterkerze und das, warum sie uns bewegt, emotional zur Sprache gebracht. „Die persönliche Perspektive zu Aspekten unseres Glaubens kann emotionale Verbindungen schaffen,“ erklärt die Redakteurin. Über soziale Netzwerke könne Wissen niedrigschwellig und visuell ansprechend vermittelt werden. Vermutlich mache sich nicht jeder, der in der Kirche die Osterkerze sieht, Gedanken dazu, wie viel Arbeit und welche Überlegungen dahinterstecken: „Die Schwestern brennen im wahrsten Sinne für ihre Arbeit, weil sie wissen, wo die Kerzen später eingesetzt werden“, schildert die Kamerafrau. Bei der Arbeit motiviere die drei Schwestern in der Kerzenwerkstatt der Gedanke, dass die Kerzen in so vielen Orten in den Gottesdiensten der Osternacht entzündet werden.

„Ich finde es ist eine starke Verbindung: Das, was da in der Osternacht passiert, in der Liturgie passiert, hat eine verwandelnde Kraft für den Menschen“, erklärt Sr. Johanna. „Das ist es, was ich mir wünsche für alle, die zu so einer Liturgie gehen: Sie kommen wirklich mit diesem Auferstandenen in Berührung.“ So könne ihr Leben bereichert werden, wenn die Menschen merken, dass es noch mehr gibt als die Mühsal des Alltags. „Sie merken vielleicht, dass es innen drin ein Leben gibt, was immer brennt und was uns trägt und was tiefer ist und weiter als unser Alltag.“

Die Kerzenwerkstatt des Kloster St. Scholastika in Dinklage gibt es seit 20 Jahren. „Die Leute kaufen gern Osterkerzen, Hochzeitskerzen, Taufkerzen“, erzählt Sr. Johanna. „Wir freuen uns natürlich über jede Kerze, die verkauft wird.“ Kerzen seien eben nicht einfach Kunstwerke oder Objekte. Ob für Ostern, Taufe oder Hochzeit, sie „haben mit dem Leben der Menschen zu tun. Damit stellen wir die Vollzüge des Lebens unter den Segen Gottes!“ Das bedeute der Benediktinerin sehr viel.

Jedes Jahr stehen andere Motive im Mittelpunkt. Ein besonderes Modell im Jahr 2026 waren für Sr. Johanna die „Schlingen des Todes“. Man sieht eine Christusfigur in der Mitte und rundherum erkennt man die Schlinge des Todes, also das, was am Leben hindert. Es wirkt ein wenig wie eine Dornenkrone. „Das Bild steht für das, was in der Welt auch an Schwierigkeiten und an Stechendem und an Lebenshinderndem ist“, erklärt sie. 

„Für mich ist der wichtigste Zeitpunkt tatsächlich, wenn die Osterkerze dann in der Osternacht entzündet wird und brennt. Das ist dann das Ziel, auf das alles hinführt. Die Produktion die Gedanken sind das eine, aber es findet dann eben seinen Ort in der Auferstehungsliturgie, wo wir mit hineingenommen sind in das neu werdende Leben. Das ist eine bewegende Erfahrung.“

Das Entzünden der Osterkerze in der Osternacht zeigt der Film exemplarisch in St. Peter und Paul Cappeln.