Wilhelmshaven, Oldenburger Land, 20.01.; Die Schulgemeinschaft der Cäcilienschule und das Bischöflich Münstersche Offizialat (BMO) verabschieden zum Schulhalbjahr Günter Barkam als Schulleiter. Die Abschiedsfeier wurde am Donnerstag (15. Januar) mit einem Spalier aller Schülerinnen und Schüler, einem Festgottesdienst und anschließendem Festakt gefeiert.
Günter Barkam ist seit 1989 Lehrer an der Schule, fast zwanzig Jahre lang war er Schulleiter. Die künftige Schulleiterin Tanja Cherri-Tarbiat und ihr Stellvertreter Hansdieter Dombrink übernehmen zum 1. Februar. Beide würdigten, dass Barkam viele Veränderungen der niedersächsischen Schulpolitik begleitete – von der Auflösung der Orientierungsstufe über G8/G9 bis zur Digitalisierung. „Wir haben uns unter Ihrer Leitung zu einer modernen Schule entwickelt!", lobte Dombrink. „Das pädagogische Handeln ging immer von Schülern und Lehrern aus“, betonte die angehende Schulleiterin. Alle Rednerinnen und Redner lobten besonders das außergewöhnliche Engagement, das herzliche Handeln und Verantwortungsbewusstsein des scheidenden Schulleiters.
Weihbischof Wilfried Theising würdigte in seiner Predigt Barkam als „Lehrer mit Leib und Seele.“ Barkam habe nicht nur Unterrichtsinhalte vermittelt, sondern jungen Menschen vor allem gezeigt, was im Leben wichtig ist. Er habe als Pädagoge gewirkt, der Menschen zusammenbringt und mit Begeisterung lehrt. Unzählige Schülerinnen und Schüler verdankten ihm prägende Impulse für ihr Leben. Mit der Eucharistiefeier wolle man auch Gott danken, für die vielen Begabungen, die er dem künftigen Ruheständler mitgegeben habe.
Dr. Christian Schulte, Leiter der Abteilung Schule im BMO, beschrieb Barkam als überzeugten Pädagogen und Christen, dessen Glaube der zentrale Antrieb seines Handelns sei. Er habe keine kontroversen Diskussionen gescheut. Besonders hob er Barkams Fähigkeit hervor, die Interessen der Schule mit Fairness zu vertreten. Schulte betonte, Barkam habe Werte nicht verordnet, sondern durch seine Haltung vorgelebt: "Respektvolles Verhalten ist eine Grundbedingung für ein gutes Miteinander", sagte er und dankte ihm für die nachhaltige Prägung der Schule.
Als Vertreter der Schulleiterrunde der Gymnasien sprach Achim Krebber, Leiter der Liebfrauenschule Oldenburg. Barkam habe seine fachliche und pädagogische Qualifikation mit Realitätssinn verknüpft und die Autorität seines Amtes nicht durch Machtausübung, sondern durch Anerkennung, Respekt und Achtung gegenüber dem Amt selbst genutzt. Mit dieser Haltung sei Barkam in allen Gremien den Herausforderungen als Schulleiter begegnet – von den inneren Angelegenheiten der Cäcilienschule bis zur Zusammenarbeit mit Träger, Stadt und Landesschulbehörde.
Eine nachhaltige Prägung attestierten ihm auch die Schülervertreter Karina Gorr und Hans Wiesner. „Die Schule wird ohne Sie ein kleines bisschen anders sein, aber Ihre Spuren bleiben.“ Regeln hätten für Barkam immer eine Rolle gespielt, aber „Sie haben immer die Menschen dahinter gesehen“, betonten sie.
„Die Schule hat unter Ihrer Leitung immer Entwicklung erfahren, pädagogisch, organisatorisch und vor allem menschlich“, stellten die Elternvertreterinnen Frau Oeltermann und Frau Dr. Steinborn fest. Christian Ott als Vorsitzender der Mitarbeitervertretung sagte, dass den Lehrerinnen und Lehrern beim Abschied von Herrn Barkam das Herz schwer werde. „Es gibt kaum einen Menschen, der ein so weitgehendes Verantwortungsgefühl hat, wie Herr Barkam“, erläuterte er. „Sie waren immer mehr als nur ‚der Chef‘!“
Günter Barkam dankte in konkreten exemplarischen Bezügen seinen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern und formulierte so ein „Loblied auf diese, unsere Schule.“ „Freier und damit erfüllter als ich es mit euch erlebt habe, kann ich mir berufliches Tun nicht vorstellen,“ sprach er in Richtung der erweiterten Schulleitung. „Zu tun, was du willst, ist Freiheit – zu mögen, was du tust, ist Glück. Beides hat mich durch alle Phasen meines Berufs- und Lebensweges begleitet,“ sagte er und bewertete das als großes Geschenk. Er habe an dieser Schule vorgefunden, „was ich von Anfang an versucht habe, auch mitzugestalten und in verschiedenen Rollen mitzuprägen: Die Cäci als einen Ort, an dem zu spüren war und ist: ‚Die Erziehung ist die Kunst, das Gute im Menschen zu wecken.‘“
Für die musikalische Gestaltung des Festaktes sorgten Lehrerinnen und Lehrer und ein gemeinsamer Chor mit Eltern und Schülern.
Johannes Hörnemann






