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St. Antoniushaus Vechta wird modernisiert

23. Juni 2026 - Vechta

Bauarbeiten am katholischen Bildungshaus starten im Sommer

 

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v. l. Pfarrer Dr. Marc Röbel und Petra Focke beraten die Pläne für den Umbau.

Skizze des Hausess Großansicht öffnen

Dieser Entwurf vermittelt einen Eindruck zu den Ideen für die geplanten Umbau- und Sanierungsarbeiten im St. Antoniushaus Vechta.

Das Vechtaer St. Antoniushaus ist ein katholisches Bildungs- und Exerzitienhaus mit Platz für 45 Übernachtungsgäste und sechs Tagungsräumen in verschiedenen Größen. Anfang der 2000er Jahre wurde hier zuletzt saniert, ein Saal wurde angebaut. Jetzt wird die Trägerstiftung das Haus grundlegend sanieren, energetisch verbessern und so umbauen, dass eine offene und transparente Atmosphäre entsteht. Gästezimmer, Tagungsräume, sanitäre Einrichtungen, Küche und Empfangsbereiche sollen heutigen Standards gerecht werden. „Bildung ist ein Schlüssel für Kirchenentwicklung, dafür brauchen wir ausgezeichnete Räume“, sagt Pfarrer Dr. Marc Röbel, Vorstand der St. Antoniushaus Stiftung.

Die Bauarbeiten sind im laufenden Betrieb und in fünf Bauabschnitten über drei Jahre geplant. Unter anderem sehen die Architekten des Büros Ortmann&Möller aus Lastrup folgende Maßnahmen vor: Austausch der Fenster, Dachsanierung, Hinzufügen von Dachgauben zur besseren Belichtung, Sanierung und Erneuerung der Heizungsanlage, Neubau der Küche, Erweiterung des Speiseraums, Einrichtung einer PV-Anlage, eine Kellersanierung, um eventuelle Feuchteschäden zu beheben.

Besonderes Augenmerk liegt auf der Raumwirkung: Neue Öffnungen zu den Gemeinschaftsbereichen sollen optische Verbindungen schaffen. „Dies fördert Blickbeziehungen zwischen Räumen und verbessert die optische Verbindung und Raumwahrnehmung“, begründen dies die Architekten. „Wir möchten das Haus so gestalten, dass es weniger als ‚Fuchsbau‘ wirkt, in dem man sich zurechtsuchen muss. Das St. Antoniushaus soll ein offenes, freundlich-helles und leicht zugängliches Haus sein“, beschreibt Leiterin Petra Focke die Maßnahmen. „Wir werden auch daran arbeiten, dass das St. Antoniushaus für Passanten von außen gut sichtbar als profilierte, katholische Bildungseinrichtung erkennbar ist“, kündigt Röbel an. Dazu gehöre auch ein moderner Eingangsbereich mit viel Licht und Glas.

Die Stiftung als Trägerin sei auf Zuschüsse aus Kirchensteuermitteln angewiesen, berichtet Röbel. Auch deshalb sei vor den Entscheidungen über die Maßnahmen sorgfältig über den Bedarf und den Auftrag des Hauses beraten worden. „Ich bin froh, dass der Pastoralrat und der Kirchensteuerrat unsere Ideen unterstützen. Im jetzigen Zustand hat das geschichtsträchtige Haus keine Zukunft. Mit der Sanierung stärken wir es als eines der drei katholischen Bildungshäuser im Offizialatsbezirk,“ erklärt Röbel. „Wir haben den Planern ein Leitbild mit auf den Weg gegeben“, erklärt Focke. Man wolle behutsam mit der bestehenden Bausubstanz umgehen und Funktionsabläufe dauerhaft optimieren. Zudem möchte man „den täglichen Ablauf als Gästehaus erhalten und nur leicht einschränken“, ergänzt sie.

Zur Geschichte des Antoniushauses

Das St. Antoniushaus hat eine bewegte Geschichte. Gegründet wurde es 1895 als Knabenkonvikt. Die Nachfrage nach einem Schulplatz im Gymnasialkonvikt war binnen kurzer Zeit so groß geworden, dass schon 1898 ein weiteres Gebäude angekauft werden musste. Hier wurden dann auch Priesterexerzitien abgehalten. Im Jahr 1913 wurde das Knabenkonvikt dann in ein Lehrerseminar mit Wohnheim für Studenten umgewandelt.

Ein weiterer wichtiger Schritt in der Geschichte des Hauses war der Ausbau zum Exerzitienhaus. Dafür wurde 1935 mit einem Neubau begonnen. Im Jahre 1939 wurde das Konvikt wegen ‚Mangel an nationaler Erziehung‘ aufgelöst und das Haus als Krankenhaus für Privatpatienten beschlagnahmt, da das Krankenhaus Vechta als Reservelazarett eingerichtet wurde. Als der neue Offizial Dr. Johannes Pohlschneider nach seiner Einführung 1940 das Offizialatsgebäude nicht mehr beziehen durfte, erhielt er im Antoniushaus Räume für die Verwaltung des Offizialatsbezirkes. Mit der Neugründung der Pädagogischen Akademie im Jahr 1945 wurde das Antoniushaus als Wohnheim für Studenten genutzt. Bis zur Eröffnung der Mensa der damaligen Universität im Jahre 1983 gab es zusätzlich einen Mittagstisch für Studenten.

Aus der Bestimmung des Konvikts „zum Schutz der Schüler und Schule“ hat sich das Haus weiterentwickelt. Das St. Antoniushaus in Vechta ist heute eine katholische Exerzitien- und Tagungsstätte. Das St. Antoniushaus wurde bis Anfang des Jahres 2014 von den Schwestern Unserer Lieben Frau geleitet und blickt auf eine lange Tradition zurück. Seit dem 1. Mai 2014 wird das Profil der Einrichtung unter einer neuen Leitung beständig weiterentwickelt. Dazu passt auch das Konzept für die Sanierungs- und Umbauarbeiten.

Johannes Hörnemann