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Zwischen KI und Kreidestaub: „Unsere Superkraft ist das Menschsein“

29. Juni 2026 - Vechta

Ludgerus-Schule Vechta feiert 50-jähriges Jubiläum

Ausschnitt eines Theaterstücks des Jahrgangs fünfGroßansicht öffnen

„6 – setzen!“: Ein Highlight war ein Theaterstück, das Lehrkräfte mit Schülerinnen und Schülern des Jahrgangs 5 vorbereitet hatten. Es thematisierte humorvoll den Kontrast zwischen Schule zur Gründungszeit und Schule der Gegenwart

Foto von Weihbischof Theising während der PredigtGroßansicht öffnen

Weihbischof Wilfried Theising ging in seiner Predigt auf die unbedingte Nähe Gottes als Fundament der Schule ein. „Sie sind eine Schule, wo Jesus Christus dazugehört!“

Foto auf die Teilnehmenden des FestaktesGroßansicht öffnen

Mit einem großen Festakt beendete die Ludgerus-Schule Vechta eine Festwoche anlässlich des 50-jährigen Jubiläums.

Foto der Schulleiterin Dr. Dorothee BellingGroßansicht öffnen

„Unsere Superkraft ist das Menschsein, getragen von einem gelebten christlichen Menschenbild“, betonte Schulleiterin Dr. Dorothee Belling und ging auf die Entwicklung der Schule zwischen KI und Kreidestaub in fünf Jahrzehnten ein.

Vechta, Oldenburger Land, 29. Juni. Mit einem Festakt und einem feierlichen Gottesdienst feierte die Ludgerus-Schule am Samstag ihr 50-jähriges Jubiläum.  Seit der Gründung „haben Generationen von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Mitarbeitenden diesen Ort geprägt“, sagte Schulleiterin Dr. Dorothee Belling in der Begrüßung der Festgemeinschaft in der Kirche Maria Frieden. Als Gäste kamen viele aktive und ehemalige Beschäftigte, Elternvertreter und Verantwortliche anderer Schulen sowie aus Politik und Kirche. Das Schulmotto „Weil Du so wertvoll bist“ erinnere daran, dass jeder Mensch von Gott gewollt und geliebt sei, erklärte sie.

Weihbischof Wilfried Theising predigte darüber, dass der Glaube an die unbedingte Nähe Gottes das feste Fundament des Alltagslebens an der Schule bilde. „Sie sind eine Schule, wo Jesus Christus dazugehört“, hob er hervor. Das gelebte Schulmotto zeige jungen Menschen, dass ihr persönlicher Wert nicht von Leistungsbewertungen abhänge, sondern in der unbedingten Liebe Gottes begründet liege.

Beim anschließenden Festakt in der katholischen Oberschule Schule würdigten die Rednerinnen und Redner die Bildungseinrichtung. „Fünfzig Jahre Schule, das bedeutet fünfzig Jahre lernen, wachsen, Freundschaften schließen und die Zukunft gestalten,“ fasste es Nadine Kalvelage, die Vorsitzende des Schulelternrats, zusammen. Der Festakt wurde von Schülerinnen und Schülern musikalisch begleitet. Ein Highlight war ein Theaterstück des Jahrgangs 5, das den Kontrast zwischen Schule zur Gründungszeit und Schule der Gegenwart thematisierte.

Philipp Wilming sprach als stellvertretender Bürgermeister der Stadt Vechta und als ehemaliger Schüler der Ludgerus-Schule. „Die Ludgerus-Schule Vechta ist eine besondere Schule“, sagte Wilming. Hier würde nicht nur Bildung vermittelt, sondern Werte an die Hand gegeben. „Man wird wirklich sehr gut vorbereitet auf das Leben“, ergänzte er. Die Einrichtung sei für Vechta ein unschätzbares Geschenk. Die Stadt sei froh, das Bischöflich Münstersche Offizialat (BMO) und die Ludgerus-Schule als verlässliche Partner bei der Bildung der Kinder an ihrer Seite zu wissen.

„Eine Schule, die sich um jedes einzelne Kind kümmert, und die seit fünf Jahrzehnten ein echter Leuchtturm in der Vechtaer Bildungslandschaft ist“, beglückwünschte Landrat Tobias Gerdesmeyer. Besonders in einer digitalisierten und durch Social Media oft künstlich optimierten Welt biete die Ludgerus-Schule einen wertvollen Schutzraum, in dem Schülerinnen und Schüler ohne Leistungsdruck echt und authentisch sein dürften – mitsamt ihren Stärken und Schwächen.

Dr. Christian Schulte, Leiter der Abteilung Schule im BMO, sprach als Vertreter des Schulträgers über die Frage, ob Kirche Schule brauche. Die Antwort der katholischen Oberschule in den letzten fünfzig Jahren sei ein praktisches und lebendiges Ja gewesen, stellte er fest. „Kirche braucht Schule, weil sie hier den Menschen in seiner Ganzheit begegnen kann. Und die Gesellschaft braucht Schulen wie die Ludgerus-Schule, weil sie Persönlichkeiten bildet mit Herz und Verstand, die auch Verantwortung übernehmen“, resümierte er.

„Unsere Superkraft ist das Menschsein“, brachte Dorothee Belling es in ihrer Festansprache auf den Punkt: Sie blickte auf die ereignisreiche Geschichte der Einrichtung, die 1975 gegründet wurde. Der heutige Standort wurde im März 1976 bezogen. Belling schilderte lebhaft die historische Entwicklung von der lehrerzentrierten Schule mit Kreidetafel zur modernen, voll digitalisierten Oberschule. Einen Meilenstein bildete dabei die Einführung des Ganztagsbetriebs 2008. 2012 wurde die Schule eine Oberschule, 2014 folgte die inklusive Beschulung.  Eine Evaluation durch das Niedersächsische Landesinstitut für Qualitätsentwicklung im Jahr 2024 habe gezeigt: „Wir sind schon gut unterwegs, aber wir wollten noch besser werden,“ erzählte Belling. Die Schule habe sich über die Jahrzehnte kontinuierlich pädagogisch modernisiert. Aktuell drücke sich das in Logbüchern, Lerncoaching und einem motivierenden Levelsystem für eigenverantwortliches Lernen der Schüler aus.

Der wahre Kern der Schule sei trotz aller Weiterentwicklungen geblieben: die Menschlichkeit. Getragen von einem christlichen Menschenbild stehe die enge, vertrauensvolle Beziehungsarbeit seit Jahrzehnten an erster Stelle, um Potenziale zu entdecken und Lebenswege vorzubereiten. Die Schule werde auch künftige Wege mutig im Spannungsfeld zwischen „KI und Kreidestaub“ beschreiten, stets geleitet von dem Kompass des Schulmottos „Weil du so wertvoll bist“.

Johannes Hörnemann